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Tag 28.
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Aufbruch aus dem unaufregenden Shymkent – in einen aufregenderen Weg nach Almaty. Wobei dieses Vorhaben sich dann doch in 2 Etappen aufteilte. Wäre einfach zu weit gewesen – fast 700 km nach Almaty!
Glenn erzählte uns am Vorabend von einem Kanadier-Pärchen, die er (damals noch mit seinem Reisepartner) getroffen hat, die einen 12. Jahresplan haben. Kann mich jetzt nicht im Detail daran erinnern wie er genau ausgesehen hat, aber er enthält folgende Teile: rundum Afrika, rundum Südamerika und jetzt durchkreuzen sie gerade Zentralasien im zickzack Muster…und der Rest fällt mir nicht mehr ein. Beim so dahin cruisen, dachte ich gerade an diesen durchaus attraktiven 12. Jahresplan, tauchten aus dem Staub plötzlich 2 kanadische Kennzeichen auf! Schliffen uns am Strassenrand sofort ein auf eine kleine Plauderei (leider ohne Kaffee und Kuchen…KUCHEN, jetzt wo ich es ausspreche…fetaler Fehler…Hungerbarometer schlägt grad mörder aus, voll ins Rote!).
Nach Taraz geht’s entlang der kirgisischen Grenze weiter und wir suchen uns an einem gemütlich erscheinendem See…zumindest auf der Karte…ein Plätzchen zum wild Campen. Das was wir eigentlich schon viel öfter machen wollten! Tatsächlich haben wir auch ein recht ansprechendes Platzerl gefunden, weit weg von der Hauptroute, um ungebetenen Besuch aus dem Weg gehen zu können. Einzig ein paar Fischer warfen dort ihre Angeln, aber sie machten sich bei Einbruch der Nacht schnell aus dem Staub und der Kelch der kollektiven Wodka-Demontierung ging an uns vorüber!
Wir machten uns Chilli con Carne mit Nudeln – Glen und ich – nur Reinhard muss auf Diät gesetzt werden, da sein Magen schon wieder den ganzen Tag Ramba-Zamba spielt! Hoffentlich wird das morgen besser.
Die Nacht war ein Horror. Mein Durchfall wurde nicht besser, sondern schlechter. Oft war ich auf heute, fühle mich erschlagen. Na das wird ein Tag.
Wir stehen früh auf, haben eine lange Strecke vor uns, wollen Almaty, die ehemalige Hauptstadt, erreichen. Doch schon nach wenigen Kilometern ist klar: bei diesem Verkehr, diesen schlechten Straßen schaffen wir das nie! Sind ca. 680km.
Untertags treffen wir 2 Kanadier, ein Pärchen, auch auf BMW 1200GS. Auch ihr Ziel ist Wladivostok, Glenn kennt sie, hat im selben Hotel in Tashkent mit ihnen gewohnt. Es sind 2 Reisende. Haben schon 130.000km auf ihren BMWs zurückgelegt, ohne große Schäden! Afrika umrundet. Oman, Jemen Saudiarabien Ägypten. Nur einige Ihrer Reisen zu erwähnen! Sie fahren aber getrennt weiter von uns.
Irgendwann muss ich stehenbleiben, muss mich hinlegen. Ich bin sehr geschwächt mittlerweilen. Wir bleiben stehen und obwohl hier alles schmutzig ist, fall ich um und schlafe sofort ein. Nach einer halben Stunde geht es wieder. Glenn liegt auch irgendwo im Gras und Alex paßt auf die Bikes auf. Zum Glück trinke ich genug Wasser!
Wir sehen auf der Karte einen kleinen See und beschließen, den irgendwie zu erreichen und dort im Zelt zu schlafen. Kurz davor kaufen wir noch Wasser und Brot und Bier ein. Dann auf zum See. Wir finden einen Feldweg, der diese Richtung führt, fahren ihn rein, ist ein heftiger Feldweg!, und stehen auch schon am See! Und keine Leute, kein Dorf, kein nichts! Außer 2 Autos mit Fischern die dann bald darauf vorbeifahren.
Die Zelte sind schnell aufgestellt, dann machen wir uns ein Essen. Herrlich hier heraussen!