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Belen - Salta
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9.4 Belen – Punta Balastro 150km 1400 Hm
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Erst <?xml:namespace prefix = st1 ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:smarttags" />1000 Meter rauf, dann 50km Schotter, 2 Flussdurchquerungen, heftiger Gegenwind auf einer Hochebene, 2 gebrochene Speichen und 1 Platten – erstmals erreiche ich nicht mein selbstgestecktes Tagesziel (Santa Maria) und die einbrechende Dunkelheit zwingt mich zu einem Stop im wenig berauschenden Punta Balastro.
Zum Glueck bietet mir Manuel einen Zeltplatz in einem noch nicht fertiggestellten, oder bereits wieder zusammengefallenen Haus und schleppt mir sogar einen Tisch, einen Stuhl und einen Sonnenschirm nach draussen. Letzterer ruehrt mich bei 5 grad und rabenschwarzer Nacht auf 2100 Metern fast zu Traenen.
Nachdem ich meinen Unwillen ueber das verpasste Tagesziel ueberwunden habe, bin ich eigentlich sehr zufrieden und perfektioniere meine bereits hoch entwickelte Faehigkeit Tomatensuppe direkt im Nudelwasser zu Tomatensosse einzukochen. Die Nudeln werden dann mit der Sosse direkt aus dem Topf gegessen. Das spart 1. Abgiessen. 2. einen zweiten Topf und 3. einen Teller. Verfeinert mit den verbleibenden Chiliflocken ,die ich aus dem Schlafsack schuettele, und abgerundet mit einem Liter Quilmes und einem Alfajor (die Argentinische Variante des Yes-Toertchens) ergibt das ein sehr anstaendiges Abendessen.
10.4 Punta Balastro – Cafayate 125 km 500 Hm
Morgens ziehe ich zwei neue Speichen ein, flicke meinen Schlauch. Packe meinen Krempel, versuche 30 Minuten lang eine Motte aus dem Zelt und Sand aus meinen Klamotten zu schuetteln und quatsche mit Manuel, meinem Gastgeber. Als ich loskomme ist es 11 und ich nehme erneut den gestern vorzeitig beendeten Kampf gegen den Wind auf. Es ist wie ein Cricketspiel was wegen Dunkelheit unterbrochen wird. Am naechsten morgen weiss man immer noch nicht was das eigentlich soll.
Nach zwei weiteren Flussdruchquerungen, mit jedesmal nassen Fuessen, fruhestuecke ich ausgiebig und lecker in Santa Maria und fahre ueber Amaiche del Valle direkt in ein Gewitter. Anfangs mache ich noch ziemlich begeistert Fotos, dann wird mir etwas mulmig und ich nutze mein Grundschulwissen (1 Sekunde zwischen Blitz und Donner gleich 300 Meter) um meine Entfernung zum Gewitter zu bestimmen.
Als 20 Meter neben mir ein Blitz in eine Hochspannungsleitung einschlaegt hoere ich auf zu zaehlen, lege mich auf den Boden und suche verzweifelt nach hohen Baeumen die geeignetere Ziele abgeben. Komischerweise regnet es nicht, dafuer donnert und blitzt es wie bloede und ich hab ganz schoen Muffensaussen. Irgendwann entfernt sich das Gewitter 3 Sekunden von mir, es faengt an zu schuetten und ich rase 5 Kilometer durch den Monsun ins naechste Dorf und stelle mich zu dem Dorfverrueckten (jedes Dorf hat einen) unter ein Vordach. Der Typ quatscht mich so zu, dass ich beschliesse lieber vom Blitz erschlagen zu werden und ins sehr schoene Cafayate weiterfahre. Vorher flicke ich noch einen Platten (es sind immer die gleichen Dornen!)
In Cafayae geniesse ich totalen Touricomfort und freue mich ueber Details wie selbstgebackenen Eiswaffeln.
11.4 Cafayate – La viña 110 km500hm
Nach einem netten Freuhsteuck auf dem Plaza gehts in die Quebrada de Cafayate ( eine Art Canyon) Wer denkt dass sich auf den 80 km entlang dieser Touriattraktion auch nur ein Hauch von Infrastruktur findet hat sich getaeuscht. Zum Glueck habe ich Wasser Brot Kekse und Salami dabei und radele langsam durch den Canyon, gegen den Wind Richtung Salta. Irgendwie bin ich mit meinen Gedanken schon weiter, in Salta, beim Fahrradeinpacken, in Buenos Aires und schon ein Stueck in Deutschland. Dann bricht eine weitere Speiche und holt mich in das hier und jetzt zurueck.
In La Vina komme ich bei einer netten alten Dame unter, die Feuer anheizt damit ich warm duschen kann, jage mit der Sportzeitung Muecken und schaue mit dem halben Dorf in der Tankstelle Simpsons.
12.4 La Viña – Salta 80 km 400
Ich zelebriere meinen letzten Tag mit einem Fruehstueck in der besagten Tankstelle und rede 1 Stunde lang mit dem Tankstellenelektriker der bei zwei Cafe und Croissants erzaehlt, dass er ja nie stillsitzen koennte und immer arbeiten muss und traurig den kopfschuettelt als ich ihm erzaehle was man alles an toller infrastruktur in der quebrada der Cafayate auf die beine stellen koennte. “El Salteño es muy flojo, no le gusta trabajar” Uebersetzt: Der Salteño mags gemuetlich und arbeitet nicht gern.
Danach esse ich alles was am Wegesrand angeboten word und lasse mich feiern. Erst von der Empanadalady, dann von der Eisverkaueferin,den Jungs in der Tankstelle mit denen ich Donezk Barca schaue und schliesslich von Elke aus Emden die seit 20 Jahren in Salta Mate Becher verkauft. Als ich in Salta ankomme bin ich tatsaechlich ziemlich berauscht, froh und stolz zu gleich und fuehle mich ein bisschen wie nach meinem Marathon.
Der Busbahnhof incl. Ticketkauf und bloedem hin und her rennen zwischen Leuten die alle keine Ahnung haben wie das mit dem Rad funktioniert bringt mich etwas runter.
Danach lasse ich mich dann aber weiter feiern, von der Hostallady, dem Kellner in dem Restaurant in dem ich das beste Rumpsteak Argentiniens esse und der naechsten Eisverkaueferin. Ich bin angekommen.